Das “theaterlabor” Schwerte ist ein Projekt der Gefangenen und der evangelischen Gefängnisseelsorge der JVA Schwerte unter der Leitung von Pfarrer Dirk Harms (Diplom Theaterpädagoge ARS). Das “theaterlabor” Schwerte wurde im Januar 2004 gegründet. Seitdem findet einmal jährlich, in der Regel im Herbst, eine Aufführungsreihe statt. Der Rest des Jahres ist angefüllt mit physischem Training, ausgiebigen Proben, Stück- und Bühnenentwicklung. Alle Aufführungen finden innerhalb der Anstalt statt, dass und die Tatsache, dass alle Spieler nicht frei sind, d.h. sie Gefangene in der JVA Schwerte sind das besondere an diesem Theater.

Die Arbeit des “theaterlabor” Schwerte stützt sich auf ein kontinuierliches physisches Training, in dem es um die Entwicklung eines Körperbewusstseins und die Wahrnehmung für das Gegenüber und die Gruppe geht. Ziel ist es, physische Handlungen zu entwickeln, die anstelle von Gestik und Mimik zeigen, was unterhalb des Textes passiert.

Improvistion

Die Stücke werden erarbeitet in einem Gruppenprozess, der den Grundlagen der “kollektiven Erzählung” folgt. Improvisation steht im Vordergrund. Sie ist die Basis der Entwicklung der Bühnenfiguren und der einzelnen Szenen. Es entsteht eine Partitur, ein “score”, das noch einmal und noch einmal überprüft wird. Am Ende entsteht daraus die Montage der Inszenierung des gesamten Stückes, dessen Gesamtbild im letzten Schritt immer weiter präzisiert wird.

Inszenierung

Ästhetisch folgt das “theaterlabor schwerte” einem Minimalismus. Anfangspunkt jeder Inszenierung ist der leere Raum, der sich dann, durch die Improvbisationen und mit den Improvisationen gestaltet. Dabei fühlt sich das “theaterlabor schwerte” nicht an die Guckkastenbühne gebunden, sondern versucht Inszenierungen zu schaffen, die sich von den durch Medien geprägten Sehgewohnheiten bewusst absetzen und neue Möglichkeiten erforschen, Spiel und Zuschauer sich begegnen zu lassen.

“Warum ich spiele…”

Film über das “theaterlabor” Schwerte während der Vorbereitungen für “…aus mein Herz in…” (2007)