Eine Geschichte aus dem 30-jährigen Krieg nach Liedern und texten von Paul Gerhard, der 1607 geboren wurde.

Im Jahre 1607, genau vor 400 Jahren, wurde Paul Gerhardt geboren. Dieses Ergeignis nahm das “theaterlabor schwerte” 2007 zum Anlass um ein Stück aus der Lebenszeit Paul Gerhardts auf die Bühne zu bringen.

Die Vorbereitungen

Paul Gerhards Zeit sah die Pest und den dreißigjährigen Krieg, der von 1618 bis 1648 in Mitteleuropa tobte. Der Glaube spaltete das Land. “Mach End, o Herr” schrieb er und besang die Rose und die Tulpe in “Geh aus, mein Herz, und suche Freud…”. Er wuchs zu einem der bedeutensten Liederdichter der protestantischen Kirche heran. Aus dieser Zeit der Raubzüge, die als Glaubenskriege getarnt waren, stammt die Geschichte der Mutter Courage, eine allein erziehende Marketenderin mit zwei Söhnen und einer taubstummen Tochter. Die Idee zu dem Stück war es nun, Mutter Courage und Paul Gerhardt inmitten den Wirren des dreißigjährigen Krieges aufeinander treffen zu lassen.

Das Stück

1. Kapitel Paul Gerhard bereitet seinen Geburtstag vor und der Diener präsentiert ihm verschiedenste Gewänder, die ihm nicht passen - oder doch.

2. Kapitel Syrinx erscheint auf der Flucht. Unter einem Baum wird er vom Harlekin und seinem Vater entdeckt, sie wecken ihn. Syrinx erhält seine Flöte und spielt für den Harlekin zum Tanz. Eine Blume wächst auf der kahlen Wiese. Der Kavalier schleicht sich an und entführt die Rose.

Wallenstein fällt mit seinen Horden über das Idyll her, der Vater wird getötet. Harlekin und Syrinx flüchten, müssen aber noch vorher mit ansehen, wie zwei Wandergesellen und dann die Mutter Courage die Leiche des Vaters fleddern. Mutter Courage eignet sich den Mantel des Vaters an.

3. Kapitel Mutter Courage lagert unter einem Baum und wird von drei Musketieren überfallen, die sich weniger um ihren liebsten Sohn kümmern, der ihnen keine Angst macht. Sie interessieren sich mehr für ihre Waren, ein paar Schwerter. Als die Mutter aufbegehrt landet sie im eigenen Netz.

Syrinx erscheint, er entdeckt nicht nur Vaters Mantel, sondern auch die hynotisierende Wirkung seiner Flöte. Am Ende hinterlässt er alleine den Sohn der Mutter, ohne Waffen und Mantel.

Wallenstein taucht auf, er braucht neue Kumpane und interessiert sich so für Mutters Sohn. Jedoch, Mutters Widerstand führt zu einer herben Reaktion und in einem kurzem Schlagabtausch bleibt der Sohn auf der Strecke. Die Mutter muss jedoch weiterziehen.

Die Musketiere brauchen neue Soldaten und errichten eine Straßensperre. Gerne nehmen sie den Kavalier und die später auftauchenden Gesellen, obwohl sie nur schwer militärisch zu bändigen sind. Die ganze Parade jedoch bringt der Harlekin durcheinander, die Soldaten bekommen Angst vor Schmetterlingen.

4. Kapitel Syrinx taucht auf und findet Spuren von dem Harlekin, aber Spuren ersetzen nicht die Präsenz. Sie sind sich auf den Fersen. Paul Gerhardts Besendiener fegt den Garten. Mutter Courage versucht ihm und dann dem herbei geholten Paul Gerhardt ihr Netz, ihre letzte Habe, schmackhaft zu machen, doch vergeblich. Und dann funkt ihr schon wieder der Harlekin ins Geschäft.

5. Kapitel Geburtstagsempfang bei Paul Gerhardt. Alle maschieren auf, einen guten Wunsch auf den Lippen. Der Dirigent präsentiert sich und Paul Gerhardts berühmtesten Kirchenschlager. Das Idyll wird von Wallenstein gestört, der endlich seinen entflohenen Kumpanen, den Kavalier, aufgestöbert hat. Jedoch wird er selber Opfer des von ihm entfachtem Gefechtes. Dann treten sich Syrinx und der Harlekin beim Fensterln fast auf die Füße und Syrinx flöte schlägt die entsetzten Gäste in die Flucht. Nur ein von der Flöte verzauberter Paul Gerhardt bleibt.

Galerie

Weitere Informationen

Wikipedia: Paul Gerhardt, geboren 12.März 1607 in Gräfenhainichen im Kurfürstentum Sachsen; gestorben 27.Mai 1676 in Lübben im Sreewald, war ein evangelisch-lutherischer Teologe und gilt neben Martin Luther als einer der bedeutesten deutschsprachigen Kirchenlieddichter…